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Projektarchiv


Gesundheitsfinanzierung

Projektbeteiligte Martina Grunow, Prof. Dr. Robert Nuscheler
Kooperationspartner/innen Prof. Dr. Mathias Kifmann (Universität Hamburg), Dr. Michael Kuhn (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien),  Prof. Dr. Kerstin Roeder (Ludwig-Maximilian-Universität, München)
Laufzeit fortlaufend
Finanzierung eigenfinanziert

Risikoselektion in Krankenversicherungsmärkten, Rationierung von Gesundheitsleistungen, Bereitstellung von Altenpflege, Umverteilung und Gesundheitsfinanzierung, Politökonomische Erklärungsansätze zur Gesundheitssystemforschung, Anreize in Krankenversicherungsverträgen.


Gesundheitsorientierte Online-Beratung und Peer-Support von Hilfesuchenden in Online-Foren

Projektbeteiligte Prof. Dr. Klaus Bredl, Julia Hünniger, M.A.
Kooperationspartner HUSITA: Association for Human Services and Information Technology, kids-hotline des Kinderschutzbundes e.V., Deutsche Gesellschaft für Online-Beratung (DGOB)
Laufzeit fortlaufend
Finanzierung eigenfinanziert

Psychosoziale Unterstützung im Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. Soziale Interaktionen können helfen, Stress und Belastungen zu bewältigen. Das Internet eröffnet zudem die Möglichkeit, an Informationen zu kommen, zu denen sonst kein Zugang bestünde. User können sich potenziert andere Meinungen und Unterstützung einholen. Dabei unterscheiden sich die Internetangebote sowohl in ihrem technologischen als auch beratungsspezifischen Design. Die inhaltlichen Dimensionen der Unterstützungsleistung können sowohl emotionale, informierende als auch wertschätzende Aspekte einschließen (Klein 2007). Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Onlineangeboten. In Selbsthilfeforen schließen sich Gleichgesinnte zusammen. Zudem gibt es virtuelle Beratungsangebote, die durch professionelle Leitung oder Moderation geprägt sind. Zwischen den beiden Polen – professionelle und Laienberatung – existieren auch viele Mischformen. Auf der technologischen Seite stehen beiden Varianten unterschiedliche kommunikative Tools zur Verfügung. Asynchrone Kommunikationsformen, wie z B. Email- oder Forenaustausch, führen zu orts- und zeitunabhängigen Beratungsszenarien, erfordern aber durch ihre textbasierte Vermittlung vom Partizipierenden die Fähigkeit, sich schriftlich und dem Medium angemessen mitzuteilen. Daneben existieren synchrone computervermittelte Kanäle, die die direkte Kommunikation ermöglichen: Darunter fallen Chat, Voice over IP oder virtuelle Welten. Ratsuchende profitieren neben einem anonymen Zugang und vielfältigen Unterstützungs- und Austauschmöglichkeiten auch von einem therapeutischen Charakter des Schreibens und einer Art "Selbstberatung", die mit der Lektüre von Postings anderer User einhergeht. Von besonderem Interesse sind die kommunikativen Prozesse in der Forumskommunikation: Wie wird psychosoziale Unterstützung bei der Kommunikation im Forum realisiert? Welche sprachlichen und kommunikativen Strategien werden eingesetzt? Wie zeigen die Kommunikationspartner im Internetforum einander wechselseitiges Verstehen? Mithilfe der Konversationsanalyse sollen die Strukturen der Forumskommunikation untersucht werden.


AME-BBG Augsburg-Münchener Entwurf Biobanken Gesetz

Projektbeteiligte Prof. Dr. Henning Rosenau, Prof. Dr. Michael Lindemann, Prof. Dr. Ulrich M. Gassner, Prof. Dr. Josef Kindler, Prof. Dr. Ferdinand Wollenschläger, Prof. Dr. Jörg Neuner
Kooperationspartner Prof. Dr. Jens Kersten, Prof. Dr. Ulrich Schroth, Prof. Dr. Matthias Krüger, PD Dr. Schmidt am Busch (LMU)
Laufzeit April 2013 bis April 2016
Finanzierung eigenfinanziert

Biobanken in Deutschland sind rechtlich ungeregelt. Man behilft sich mit wenig stimmigen Normen der Datenschutzgesetze sowie Regeln des ärztlichen Behandlungsvertrages. Dabei können über Biobanken erhebliche Rechtsgüter der Einzelnen gefährdet sein. Entsprechend wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Juristischen Fakultät der LMU um Prof. Dr. Jens Kersten sowie des IBGM versuchen, notwendige und sinnvolle Regelungen für diesen Komplex der Öffentlichkeit und dem Bundesgesetzgeber wie den Landesgesetzgebern vorzuschlagen. Das Arbeitskonzept folgt dem in den letzten drei Jahren erfolgreichen Vorhaben, in dem mit dem AME-FMedG (Gassner u.a., Tübingen 2013) ein Entwurf für ein zeitgemäßes Fortpflanzungsmedizingesetz für Deutschland vorgelegt wurde.


CARE, a Sentient Context-Aware Recommender system for the Elderly

Projektleitung Prof. Dr. Elisabeth André
Projektbeteiligte Stephan Hammer, Madita Herpich, Andreas Seiderer, Prof. Dr. Thomas Rist (Hochschule Augsburg)
Kooperationspartner Hochschule Augsburg, ICCS-NTUA, Athen, Griechenland
Laufzeit 01.01.2014 – 31.01.2016
Finanzierung Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Phänomen einer alternden Gesellschaft ist mittlerweile in fast allen westlichen Ländern zu beobachten. In Griechenland und Deutschland gestaltet sich der demographische Wandel besonders dramatisch. Beide Länder haben den höchsten Prozentsatz an älteren Menschen in Europa zu verzeichnen. Gleichzeitig liegt auch die Lebenserwartung der Generation 65+ in beiden Ländern über dem europäischen Durchschnitt. Während eine höhere Lebenswartung als positive Errungenschaft zu betrachten ist, wird sie gleichzeitig von enormen gesellschaftlichen Herausforderungen begleitet. Hierzu gehören, soziale Isolation und fehlende soziale Teilhabe von alleinlebenden älteren Menschen, Verlust der Unabhängigkeit aufgrund von körperlicher Beeinträchtigung und begrenzter Mobilität sowie Inaktivität und fehlende Initiative von älteren Menschen.

Ziele und Vorgaben
Im Vorhaben CARE (a sentient Context-Aware Recommender system for the Elderly) geht es um die Entwicklung eines einfühlsamen und hoch personalisierten Assistenzsystems zur Unterstützung alleinlebender Menschen im häuslichen Wohnumfeld. Assistenz wird in Form situativ-passender und unaufdringlicher Handlungsempfehlungen zur Durchführung physischer, mentaler und sozialer Aktivitäten gegeben, die allesamt auf eine individuelle Steigerung von Lebensqualität und Vitalität abzielen.

Innovationen und Perspektiven
Gängige Ansätze zur automatischen Generierung von Empfehlungen umfassen inhaltsbasierte Techniken, kollaborative Filter und wissensbasierte Techniken. Im Gegensatz zu traditionellen Empfehlungssystemen beruht die Auswahl von Empfehlungen in CARE nicht auf der Ähnlichkeit zu Bekanntem. Stattdessen werden Aktivitäten zur Stimulation von älteren Menschen vorgeschlagen, die deren Alltag durchbrechen. Einem nutzerzentrierten Entwicklungsansatz folgend werden im Vorhaben zwei produktnahe CARE-Demonstratoren in zwei Iterationen implementiert und bei griechischen und deutschen Pilotnutzern installiert und evaluiert. Zusammen mit der Erfassung und Auswertung länderspezifischer Nutzeranforderungen und Techniknutzungsmuster ebnet das Vorhaben den Weg zur zeitnahen Verwertung der Projektergebnisse.


PRÄGNOSIS - Pränatale, prädiktive und präsymptomatische Diagnostik von neurodegenerativen Erkrankungen

Projektleitung Prof. Dr. Ulrich M. Gassner
Kooperationspartner im Verbundprojekt
Laufzeit Februar 2013 bis Januar 2016
Finanzierung BMBF

Fortschritte der Genetik in der Neurologie rückten in jüngster Zeit eine Reihe von Krankheitsentitäten neu in das Zentrum des wissenschaftlichen Interesses, bei denen pränatale und prädiktive Diagnose- und Handlungsmöglichkeiten besondere Konsequenzen für die betroffenen Personengruppen nach sich ziehen können. Die ethischen Implikationen solcher prädiktiven Tests sind vielfältig, aber bisher kaum systematisch analysiert worden. Mit einem klassischen, interdisziplinären Forschungsansatz untersucht das vorliegende Projekt Motoneuronenerkrankungen als paradigmatisches Beispiel für vorhersagbare, zu einem späteren Zeitpunkt (late-onset) auftretende Erkrankungen. Im Bereich der rechtlichen Analyse wird das besondere Augenmerk auf den Regelungen des Gendiagnostikgesetzes mit seiner Ausnahme für Forschungszwecke liegen. Ziel ist es, auf der Grundlage einer soliden Datenbasis und unter Einbeziehung klinischer Kooperationspartner neuartige Lösungskonzepte für den Umgang mit pränataler und prädiktiver Diagnostik bei late-onset-Erkrankungen zu entwickeln, zu validieren und zu kommunizieren.


OR.NET - Sichere dynamische Vernetzung in Operationssaal und Klinik

Projektleitung Prof. Dr. Ulrich M. Gassner
Kooperationspartner im Verbundprojekt
Björn Bergh (Universität Heidelberg), Tim C. Lüth (Technische Universität München), Klaus Radermacher (RWTH Aachen), u. a.
Laufzeit September 2012 bis August 2015
Finanzierung BMBF

Die steigende Zahl computergestützter Geräte und Instrumente führt aktuell zu dem Bedarf, Systeme und Softwarelösungen in eine gesamtheitliche IT‐Infrastruktur eines Operationssaals bzw. einer Klinik zu integrieren. Basierend auf den in den Vorgängerprojekten entwickelten Ansätzen zur modularen und dynamischen Vernetzung von Medizinprodukten im OP und basierend auf dem Paradigma einer serviceorientierten Architektur (SOA), ist das Ziel des Vorhabens die Entwicklung von zertifizierbaren, dynamischen, herstellerunabhängigen Vernetzungsmöglichkeiten bestehender und zukünftiger Geräte sowie Softwarelösungen im medizinischen Umfeld. Hierzu werden die bestehenden Ansätze im Hinblick auf Plug & Play‐Vernetzung unter Berücksichtigung der Aspekte der Zulassungsfähigkeit und des Risikomanagements weiterentwickelt und projektbegleitend in kommerzielle Medizinprodukte der KMU‐Projektpartner exemplarisch und technisch umgesetzt.


Devianz und Irrsinn

Projektbeteiligte Prof. Dr. Marita Krauss, Dr. Stefan Lindl, Maria Christina Müller, M. A.
Kooperationspartner Prof. Dr. Werner Schneider (Universität Augsburg), Prof. Dr. Heiner Fangerau (Universität Ulm), Prof. Dr. Thomas Becker (Universität Ulm), PD Dr. Albert Putzhammer (Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren)
Laufzeit August 2012 bis Juli 2015
Finanzierung eigenfinanziert

Im Projekt geht es um die Schwellenräume, in denen sich bei devianten oder psychisch kranken Menschen in den Augen der Zeitgenossen die Auflösung der Ordnung in Relation zu den unterschiedlichen Disziplinierungslogiken auf dem Land und in der Stadt vollzog. Es fragt nach den Umständen, unter denen die Auflösung der Ordnung (also die Undiszipliniertheit oder die Unfähigkeit sich disziplinieren zu lassen) eines devianten oder psychisch kranken Menschen für die Gesellschaft als nicht mehr erträglich und aushaltbar geschildert wurde und untersucht den prüfenden Blick der Psychiater auf die Einhaltung der Disziplinierungspraktiken. Als Untersuchungsmaterial dienen Beispiele aus den 10.000 Patientenakten der ehemaligen Kreisirrenanstalten bei Kaufbeuren zwischen 1849 und 1920. Die Akten zeigen aus der Perspektive von Psychiatern, von Polizei, Bezirksärzten, Gerichten, Zeugen und teilweise von Patienten und Angehörigen (in Briefen und persönlichen Schilderungen) die Grenzlinien zwischen der noch im familiären Umfeld als leistbar empfundenen Sorge und der Einweisung in die Klinik, die wechselhafte Grauzone der psychiatrischen Symptombeschreibung und Diagnosefindung sowie die jeweiligen urbanen und ländlichen Formen des Verständnisses von normalem und pathologischem Umgang mit Religion, Alkohol und Sexualität. Es geht damit um das Spannungsfeld zwischen Disziplin und Irrsinn in der spezifischen regionalen Disparität von Einödhöfen bis zur Industriestadt.


Nahrungsergänzungsmittel und Supplemente - Beschreibung und Analyse der Gesundheitskompetenz bei jungen Sporttreibenden

Projektbeteiligte Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck, Alexander Brüne
Kooperationspartner Prof. Dr. Helmut Heseker (Universität Paderborn)
Laufzeit 2012 bis 2015
Finanzierung eigenfinanziert

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) bzw. Supplemente werden immer häufiger auch von jungen Sportlern konsumiert. Wie groß ist die Verbreitung innerhalb der deutschen Vereinslandschaft und wie ist es um das Wissen der Konsumenten um die Produkte bestellte, die eingenommen werden? Es soll versucht werden eine möglichst hohe Anzahl von Vereinsmitgliedern mittels Fragebogen nach ihrem Konsumverhalten hinsichtlich der Einnahme von NEM zu befragen. Neben der Frage nach den Einnahmegewohnheiten der Befragten soll ein Hauptaugenmerk auf die vorhandene Gesundheitskompetenz in diesem Bereich gelegt werden. Zusätzlich soll versucht werden Motive für eine Einnahme von NEM abzufragen.
Methode: Quantitative Sozialforschung; Fragebogenerhebung in Sportvereinen.


Rechtliche Grundlagen der psychiatrischen Begutachtung

Projektbeteiligte Prof. Dr. Henning Rosenau
Kooperationspartner Prof. Dr. h.c. mult. Hans-Ludwig Schreiber
Laufzeit Dezember 2013 bis Dezember 2014
Finanzierung eigenfinanziert

Die forensische Psychiatrie ist ein gesellschaftlich besonders relevanter Zweig der Medizin, obliegt es doch ihr, gefährliche Straftäter zu identifizieren und deren Gefahren für das Leben und die Freiheit und Unverletzlichkeit der einzelnen zu quantifizieren. Darauf fußen die Verurteilungen im Strafprozess, die mittels der Maßnahmen der Besserung und Sicherung Straftäter in psychiatrischen Anstalten, aber auch in der Sicherungsverwahrung z.T. über Jahrzehnte in Verwahrung nehmen. Umso kritischer sind in diesem Zusammenhang die rechtlichen Grundlagen dieser Verfahren zu betrachten. Das betriftt zum einen die Frage der Schuldfähigkeit (§ 20 StGB) wie die Voraussetzungen der genannten Maßregeln (§§ 62 ff StGB). Insbesondere die Sicherungsverwahrung steht im Streit, weil das Bundesverfassungsgericht in der Folge eines kritischen Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte das überkommene System in Deutschland für verfassungswidrig erklärte. Die neuen Regelungen sollen nun analysiert und in ihren Auswirkungen auf die Praxis für Wissenschaft und Praxis in einer Neuauflage eines eingeführten Handbuches dargestellt werden.


Strafrechtliche Risiken bei Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie

Projektbeteiligte Prof. Dr. Henning Rosenau
Kooperationspartner Prof. Dr. Frank Saliger, RA Dr. Michale Tsambikakis
Laufzeit September 2013 bis November 2014
Finanzierung eigenfinanziert

Das deutsche Embryonenschutzgesetz (ESchG) ist in toto als Strafgesetz ausgestaltet worden. Es ging dem Gesetzgeber darum, weitreichend fortpflanzungsmedizinischen Techniken strafbewehrt zu untersagen. Heute gilt dieser Ansatz zu Recht als überholt, so dass der Ruf nach einem zeitgemäßen Fortpflanzungsmedizingesetz weit verbreitet ist. Gleichwohl ist das ESchG derzeit geltendes Recht, so dass sich die Fragen nach den Grenzen der biotechnischen Möglichkeiten stellen. Dies gilt in gleicher Weise für die Gendiagnostik, welche seit 2009 im GenDG geregelt ist und ebenfalls Strafbewehrungen kennt. Für ein Handbuch, das sich sowohl an Wissenschaftler wie Praktiker wendet, soll die Relevanz des Strafrechts in Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie aufgearbeitet und analysiert werden.


Kommentierung im Leipziger Kommentar: Vor § 211 ff. StGB - Leben

Projektbeteiligte Prof. Dr. Henning Rosenau
Laufzeit September 2013 bis November 2014
Finanzierung eigenfinanziert

Das Strafrecht dient vor allem dem Schutz existenzieller Rechtsgüter. Entsprechend schützt es das Leben mit den Mitteln der Strafe. Sedes materiae sind die Tötungstatbestände der §§ 211 ff. StGB. In diesem Rahmen wird in wissenschaftlicher Breite und mit dem Anspruch einer umfassenden Auswertung von Rechtsprechung und der juristischen Literatur das Tatbestandsmerkmal „Leben“ kommentiert werden. Dazu zählen Fragen des Lebensbeginnes, wie dem Status des Embryos, der Sterbehilfe und Suizidbegleitung, aber auch weitere biorechtliche Grundthemen, die sich auf das menschliche Leben beziehen (Forschung mit dem Leben, Transplantation, Gendiagnostik).


Bewegungszeiten im Sportunterricht

Projektbeteiligte Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck
Kooperationspartner Prof. Dr. Martin Lames (TU München), Reinhard Klemm (Gymnasium Wertingen)
Laufzeit 2013 bis 2014
Finanzierung eigenfinanziert

Der Sportunterricht verfolgt den Doppelauftrag der Erziehung zum und durch Sport. Neben der erziehenden Perspektive des Sportunterrichts geht es also auch um die motorische Eigenrealisation und verbunden mit dem Aspekt der Gesundheitserziehung auch um die Fitness der Schüler. Die vorliegende Untersuchung zielt in einem ersten Schritt darauf ab, Bewegungszeiten der Schüler im regulären Sportunterricht zu erfassen. Hierzu liegen nur ältere Untersuchungen mit ungenauen Messinstrumenten vor. In einem zweiten Schritt sollen Bewegungszeiten in Abhängigkeit von der Lehrmethode untersucht und analysiert werden.

Methode: Unterrichtsbeobachtung mittels Radar. Schüler tragen Westen, die einen Sender enthalten und sowohl Bewegungsrichtung und –geschwindigkeit als auch objektive Belastungsparameter (z.B. Herzfrequenz, Puls) erfassen können.


Struktur- und Prozesseffekte der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Bayern – Evaluation / Qualitätssicherung und (Aus-)Wirkungen der SAPV auf die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) (unter besonderer Berücksichtigung des ländlichen Raums)

Projektbeteiligte Prof. Dr. Werner Schneider (Universität Augsburg), Ursula Thoms, M. A. (Universität Augsburg), Franziska Kopitzsch Dipl. Soz. tech. (Universität Augsburg), Dr. Dr. Eckhard Eichner (AHPV Augsburg)
Kooperationspartner 20 Leistungsanbieter der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) in Bayern
Laufzeit 01.04.2012 bis 31.12.2013
Finanzierung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung

Unmittelbar anknüpfend an die jüngst abgeschlossene explorative Begleitstudie über die "Wirksamkeit und Qualitätssicherung in der SAPV-Praxis", die die Spezialisierte Ambulante PalliativVersorgung (SAPV) aus einer umfassenden sozialwissenschaftlichen Perspektive untersuchte, wurd das auf 1 1/2 Jahre angelegte Anschlussprojekt fortgesetzt, das speziell über Struktur- und Prozesseffekte der SAPV in Bayern Aufschluss geben soll. Insbesondere ging es hierbei um die Frage nach der Abgrenzung von SAPV als ergänzendes Angebot zu herkömmlichen Leistungsanbietern, der AAPV (Allgemeine Ambulante Palliativ Versorgung) sowie um die Palliativversorgung im ländlichen Raum. Über die Betreuungspraxis der Patienten und ihrer Angehörigen hinaus wurden insbesondere auch strukturelle Aspekte der Dienste wie z. B. betriebswirtschaftliche Faktoren, Personalausstattung und Finanzierungsmodelle in den Blick genommen.


Symposium Kodifikation der Patientenrechte in Deutschland und der Türkei

Projektbeteiligte Prof. Dr. Henning Rosenau, Carina Dorneck (IBGM)
Kooperationspartner Prof. Dr. Dr. h.c. Hakan Hakeri (Medeniyet Universität Istanbul)
Laufzeit November 2013 bis November 2013
Finanzierung eigenfinanziert

Der Schutz der Patientenrechte stellt sich heute als eines der zentralen gesellschaftlichen Anliegen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens dar. Es geht dabei neben dem Schutz der Autonomie des Einzelnen und seiner persönlichen Daten vor allem um den Schutz von körperlicher Unversehrtheit und Leben, also dem Schutz vor medizinischen Behandlungsfehlern. In Deutschland ist die Verrechtlichung der Medizin sehr weitgehend. Es wird daher diskutiert, ob diese Verrechtlichung nicht zu weit getrieben wurde und Deutschland sich mittlerweile auf einem unheilvollen Weg in die defensive Medizin befindet. Diese seit langem umstrittene Frage gewinnt durch das am 26.02.2013 in Kraft getretenen Patientenrechtegesetz (Gesetz zur Verbesserung der Rechte der Patientinnen und Patienten) erneut an Brisanz. Es stellt sich die Frage, ob eine solche Kodifikation überhaupt sinnvoll erscheint, und ob diese diese nicht noch die Gefahren der Defensivmedizin fördern. In der Türkei ist die Verrechtlichung der Patientenrechte erst noch im Entstehen begriffen. Der „Gott in Weiß“ hat sich in der Türkei bis vor wenigen Jahren noch halten können. Während in Deutschland immer wieder an eine Einschränkung der Haftung gedacht wird, muss – um es auf die Spitze zu treiben – dort erst eine Haftung in weitem Umfange etabliert werden, bevor an eine Einschränkung zu denken ist. Diese unterschiedlichen Ausgangslagen ermöglichen einen spannenden Rechtsvergleich, wie der Schutz von Patientenrechten idealerweise ausgestaltet sein sollte. Vor diesem Hintergrund will das 10. deutsch-türkische Symposium zur Kodifikation der Patientenrechte in Deutschland und in der Türkei eine Plattform für den fachlichen Austausch zwischen hochrangigen Experten und Tagungsteilnehmern bieten.


AME-BBG Augsburg-Münchener Entwurf Fortpflanzungsmedizingesetz (AME-FMedG)

Projektbeteiligte Prof. Dr. Henning Rosenau, Prof. Dr. Michael Lindemann, Prof. Dr. Ulrich M. Gassner, Carina Dorneck
Kooperationspartner Prof. Dr. Jens Kersten, Prof. Dr. Ulrich Schroth, Prof. Dr. Matthias Krüger (LMU München)
Laufzeit abgeschlossem im Frühjahr 2013
Finanzierung eigenfinanziert

Das Warten auf ein modernes Fortpflanzungsmedizingesetz für Deutschland ist weitverbreitet. Obwohl das Embryonenschutzgesetz von 1990 in seinen biomedizinischen wie rechtlichen Grundlagen veraltet ist, existiert bislang kein neuer Entwurf von Seiten des Bundestages. Die Professoren Ulrich M. Gassner, Josef Franz Lindner und Hennning Rosenau vom Institut für Bio-, Gesundheits- und Medizinrecht der Universität Augsburg haben gemeinsam mit Kollegen von der Ludwig-Maximilians-Universität München nach zweijähriger Arbeit den Augsburg-Münchner-Entwurf für ein Fortpflanzungsmedizingesetz (AME-FMedG) vorgelegt. Der AME-FMedG gibt neue Anstöße für die Debatte um das Fortflanzungsmedizingesetz und zeigt, dass trotz unterschiedlicher biopolitischer Positionen zum Status des Embryos von der Leihmutterschaft bis zur Präimplantationsdiagnostik ein weitreichender Konsens zu erreichen ist.


Implementierung eines (Alt-)Wirkstoffprogramms für Tierarzneimittel

Projektbeteiligte Prof. Dr. Ulrich M. Gassner
Laufzeit Dezember 2012 bis Mai 2013
Finanzierung UBA

Wirkstoffe in Tierarzneimitteln schädigen häufig die Umwelt. Ökotoxizitätsprüfungen wurden bisher nicht oder jedenfalls nicht in der erforderlichen Intensität durchgeführt. Dies gilt besonders für die Wirkstoffe in Tierarzneimittel, die schon länger im Handel sind (z. B. Antibiotika). Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, ein regulatorisches Modell für ein (Alt-)Wirkstoffprogramm zu implementieren, das adäquate Umweltbewertungsprüfungen gewährleistet.


Physical Literacy - A Way to Promote Physical Activity in Inactive Groups

Projektbeteiligte Prof. Dr. Hans Peter Brandl-Bredenbeck
Kooperationspartner Prof. Attilio Carraro (Padua), Prof. Konstanin Kougoumtzis (Athen), Prof. Kathleen Armour (Birmingham), Prof. Jan Seghers (Leuven), Prof. Göran Patriksson (Göteborg)
Laufzeit 2011 bis 2013
Finanzierung Coca-Cola Foundation

A major issue in modern societies is the increasing gap between different social groups, which also affects the possibilities to lead an active and healthy lifestyle. Increasing number of reports depict an increasing number of children and adolescents in Europe as a high-risk group with regard to a healthy development. A growing number of young people in modern societies allegedly is becoming to fat, is physically unfit, has adopted unhealthy nutritional patterns and sedentary lifestyles at an early age with all the negative consequences for the individual's development and social health care systems. The project seeks to (1) describe the problem in the participating countries on the basis of quantitative data; (2) analyze the problem by means of a qualitative study (interviews with young people from the target group) and (3) develop recommendations and counteractions for tackling the problem of inactivity. The study includes six European Countries, in which the prevalences rates of overweight and obesity vary from countries with high prevalences (e.g. Italy, Greece and Great Britain), countries with moderate prevalences (Germany, Belgium) to a country with a low prevalence rate (Sweden).


Prädiktive Gendiagnostik und die Ethik des Nichtwissens - Eine aktuelle Bedarfsanzeige

Projektbeteiligte Prof. Dr. Klaus Arntz, Ariane Schroeder
Laufzeit 01.04.2007 bis 15.10.2012
Finanzierung DFG-finanziert
Projektart Drittmittel als DFG-Projekt „Ethik des Nichtwissens. Ein theologisch-ethisches Angebot.“

Im Kontext der prädiktiven Medizin wird das Recht auf Nichtwissen im Dienst an einer aufgeklärten Patientenautonomie und einer patientenorientierten Medizin fundiert. Der Verzicht auf ein möglichst umfassendes Wissen wird im Rahmen des Projekts als eine denkbare und ethisch verantwortbare Vorgehensweise im Umgang mit den biogenetischen Wissensmöglichkeiten profiliert. Beim Recht auf Nichtwissen handelt es sich nicht um die nostalgisch-naive Flucht in „selige Unwissenheit“ (Richard Powers) oder um einen „technikaversen Irrläufer“ (Reinhard Damm). Im Fokus der Überlegungen steht ein aufgeklärtes Nichtwissen, das zur autonomen freiheitlichen Selbstbestimmung befähigt. Das positiv begründete und damit ethisch legitimierte Recht auf Nichtwissen im Rahmen der Biomedizin entlastet von der individuellen Verantwortungsüberforderung. Es vermeidet die durch Krankheitsantizipation verursachten Einbußen an persönlicher Lebensqualität. Es ermöglicht den wohlüberlegten Verzicht auf diagnostische Untersuchungsmethoden. Es ist verwurzelt in einer klugheitsorientierten Präventivethik und steht im Dienst autonomer Lebensgestaltung und Sinnerfüllung.

Publikationen:

  • Arntz, Klaus (2013): Das Recht auf Nichtwissen. Fundamentalismus in der Bioethik?, in: Stephan Goertz / Rudolf Branko Hein / Katharina Klöcker (Hg.), Fluchtpunkt Fundamentalismus. Gegenwartsdiagnosen katholischer Moral, Freiburg i. Ue., 420-444.
  • Ders. (2013), Nichtwissen. Ein theologisch-ethisches Angebot, in: Peter, Claudia / Funcke, Dorett (Hg.), Wissen an der Grenze. Zum Umgang mit Ungewissheit und Unsicherheit in der modernen Medizin, Frankfurt a. M. 2013, 235-259.
[Link zum Projekt]

Wirksamkeit und Qualitätssicherung in der SAPV-Praxis - eine explorative Begleitstudie

Projektbeteiligte Prof. Dr. Werner Schneider (Universität Augsburg), Ursula Thoms, M. A. (Universität Augsburg), Dr. Nicholas Eschenbruch (Universität Augsburg)
Kooperationspartner Dr. Dr. Eckhard Eichner (Universitätsklinikum Augsburg), Dr. Elisabeth Albrecht (PALLIAMO Regensburg), Angelika Westrich (CHV München)
Laufzeit 01.10.2010 bis 30.06.2011
Finanzierung Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

2007 wurde vom Gesetzgeber in Deutschland die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) als neue Versorgungsform für gesetzlich Versicherte eingeführt. Diese soll - in Ergänzung zu den jeweils regional vorhandenen Versorgungs- und Betreuungsangeboten von Hausärzten über Pflegediensten bis hin zu Hospizdiensten - Sterbenden mit ausgeprägter Symptomatik, so weit wie realisierbar ein Sterben 'zuhause', d.h. in der für sie vertrauten Lebensumgebung, in den 'eigenen vier Wänden' oder im Alten-/ Pflegeheim ermöglichen. Das Ziel der Studie bestand darin, mittels standardisierten Erhebungen und qualitativ-explorativen Forschungen 'vor Ort' die Wirksamkeit und Qualität von Maßnahmen im Rahmen der SAPV systematisch zu erfassen und Möglichkeiten zu deren Bewertung auszuloten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit gingen direkt in die Praxis der Palliativarbeit ein, um eine zielgerichtete Weiterentwicklung und Sicherung von Qualitätsstandards zu ermöglichen. Das Projekt wurde von der Paula Kubitschek-Vogel-Stiftung und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit finanziert und in enger Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für palliative Versorgung am Universitätsklinikum Augsburg, dem SAPV-Dienst Palliamo Regensburg sowie dem Christophorus Hospiz Verein München durchgeführt.