Suche

Ausstellung Augsburger Pflanzenbücher

Was haben Pflanzenbücher, Medizin und Augsburg gemeinsam?

2018-8-Pflanzenbücher_Werbeplakat

Die Ausstellung begann als interdisziplinäres Kooperationsprojekt zwischen dem Botanischen Garten Augsburg und der Universität Augsburg. Von der Stadt- und Staatsbibliothek und der Universitätsbibliothek werden verschiedene Kräuter- und Pflanzenbücher vom Mittelalter bis in die Vormoderne zur Verfügung gestellt. Gezeigt werden allerdings keine Originale, sondern digitalisierte Versionen. Konkret sind in der Ausstellung nur Buchauszüge bekannter, aber auch unerforschter Wissenschaftler auf Kunststoffbannern zu sehen. Überwiegend sind diese nicht als Fachliteratur, sondern als Hausbuch zu verstehen. Die Banner zeigen als Fenster in die Vergangenheit, wie die Menschen von damals die Heilkräuter verwendet haben. Dabei sind einige Heilwirkungen heutzutage immer noch gebräuchlich. Die Bücher sind jedoch nicht nur phytotherapeutische Zeugnisse, sondern sie erzählen auch die Geschichten einiger Botaniker.

Dabei sind vor allem diejenigen Biographien sehr aufschlussreich, welche die individuellen Wege zur Pflanzenheilkunde aufzeigen. Damals konnte das Fach nicht direkt studiert werden, weshalb phytotherapeutisch passionierte Akademiker meist über ein medizinisches Studium zur Botanik fanden.

 

 

Pflanzenbücher_CMS_1Mit dem Buchdruck erreichten die Pflanzenbücher auch Privathaushalte und fanden Einzug in Küche und Hausmedizin. Die Exponate zeigen sowohl die wissenschaftliche, botanische Seite als auch die Praxis der Pflanzenheilkunde. Kräuterbücher waren das botanische Lexikon und zeigten neben botanischen Merkmalen auch Heilwirkungen auf. Sie waren also medizinische Ratgeber und wichtig für Fachkräfte und Haushalt.

Viele Wissenschaftler besuchten die Stadt Augsburg, um ihre Werke in die Druckerpresse zu geben, denn schon seit dem 15. Jahrhundert war Augsburg im Druck deutschsprachiger Bücher reichsweit führend. Bis zur endgültigen Drucklegung verweilten Gelehrte oftmals einige Tage lang in der Stadt. Der Botaniker Conrad Gesner erstellte beispielsweise in dieser Zeit die Bibliotheca Universalis und besuchte befreundete Patrizier. Reiche Kaufleute fungierten als Mäzene, was viele Drucke bezeugen. Der Ruf Augsburgs als Druckerstadt ging weit über die Stadtgrenzen hinaus. So ließ etwa der Wiener Arzt Michael Puff sein Werk über die Destillation erstmalig in Augsburg drucken.

Die im Botanischen Garten begonnene Ausstellung wird in der Universitätsbibliothek Augsburg fortgesetzt. Statt der Pflanzenexponate werden die Banner dann von den echten Heilpflanzenbüchern der Universitätsbibliothek illustriert. Die alten Handschriften und Drucke sind ab dem 23. Mai in der Schatzkammer der Bibliothek zu bewundern.

Informationen zur Ausstellung

Ausstellungsleitung: Prof. Dr. Klaus Wolf, Mentor und Initiator, Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der Frühen Neuzeit; Julia Vollweiler, Kuratorin der Ausstellung

Weitere Informationen unter: www.augsburger-pflanzenbuecher.de

Ausstellung Pflanzenbücher_0_130x100 Ausstellung Pflanzenbücher_1_130x100 Ausstellung Pflanzenbücher_2_130x100 Ausstellung Pflanzenbücher_3_130x100
Ausstellung Pflanzenbücher_4_130x100 Ausstellung Pflanzenbücher_5_130x100 Ausstellung Pflanzenbücher_6_130x100 Ausstellung Pflanzenbücher_7_130x100